Bei welcher Temperatur schrumpft Schrumpfschlauch?

Bei Schrumpfschläuchen gibt es zwei Temperaturangaben. Die Schrumpftemperatur sagt, ab wann der Schlauch schrumpft. Die Betriebstemperatur sagt, in welchem Bereich er danach dauerhaft eingesetzt werden kann. Beide stehen im Datenblatt.

Für einige Typen im Sortiment nennt HellermannTyton diese Werte: HIS-3 schrumpft ab 100 °C und hält im Betrieb -55 bis +135 °C. HIS-PACK schrumpft ab 100 °C, Betrieb -55 bis +125 °C. HIS-A mit Kleber schrumpft ab 100 °C, der Kleber schmilzt bei 85 °C, Betrieb -55 bis +125 °C. Der mittelwandige MA47 braucht mindestens 120 °C und hält im Betrieb -55 bis +110 °C.

Einen allgemeinen Wert für alle Schrumpfschläuche gibt es nicht. Je nach Material und Wandstärke beginnt das Schrumpfen bei etwa 80 bis 120 °C, vollständig schrumpft der Schlauch oft erst bei höheren Temperaturen. Dickwandige Schläuche brauchen mehr Wärme und mehr Zeit als dünnwandige.

Geschrumpft wird in der Regel mit einem Heissluftgerät. Am besten in der Mitte beginnen und gleichmässig zu einem Ende arbeiten, dann von der Mitte zum anderen Ende. So bleibt keine Luft eingeschlossen. Metallteile wie grosse Verbinder vorher anwärmen, sonst bleiben kalte Stellen. Wirft der Schlauch Blasen oder verfärbt er sich dunkel, sofort aufhören.

Für dickwandige Schläuche an Energiekabeln ab etwa 1 mm Wandstärke nennt Raychem einen Propanbrenner. Bei offener Flamme die Flamme ständig bewegen und auf brennbare Stoffe in der Nähe achten. Für den mobilen Einsatz ohne Stromanschluss gibt es Gas-Heissluftpistolen wie die E-4500 von HellermannTyton. Nach dem Schrumpfen den Schlauch auf Umgebungstemperatur abkühlen lassen, bevor die Leitung belastet wird.

Weiterlesen: Schrumpfschläuche und Heissluftgeräte, Was bedeutet die Schrumpfrate?.

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