Schrumpfschlauch mit oder ohne Kleber: Was ist der Unterschied?

Ein Schrumpfschlauch mit Kleber ist doppelwandig aufgebaut. Innen liegt eine Schicht aus Schmelzkleber, aussen der eigentliche Schlauch. Beim Erwärmen schmilzt der Kleber, füllt Hohlräume und Unebenheiten aus und verbindet sich mit der Oberfläche. Beim Abkühlen entsteht eine Abdichtung gegen Feuchtigkeit.

Der Kleber hat einen zweiten Nutzen: Er hält den Schlauch fest auf der Leitung und entlastet so die Verbindung darunter von Zug. Das ist zum Beispiel bei Stossverbindern und Lötstellen in bewegten Leitungen hilfreich. Eine zugfeste Verbindung ersetzt das nicht.

Schrumpfschlauch ohne Kleber legt sich eng an, bleibt aber an den Enden offen. Er isoliert elektrisch, schützt vor Abrieb und eignet sich zum Bündeln und Kennzeichnen, zum Beispiel in Grüngelb für den Schutzleiter oder in Rot und Blau. Für trockene Umgebungen im Schaltschrank oder Gerät reicht er meist aus.

Im Sortiment stehen beide Varianten. Ohne Kleber zum Beispiel HIS-3 mit Schrumpfrate 3:1 und HIS-PACK mit 2:1 auf Kleinrolle. Mit Kleber HIS-A mit 3:1, der mittelwandige MA47 mit bis zu 4:1, der dünnwandige SA47-LA mit 4:1 und der dickwandige HA67 mit 6:1.

Ein Hinweis zur Verarbeitung: Der Kleber von HIS-A und MA47 schmilzt ab etwa 85 °C, der Schlauch selbst schrumpft erst bei höheren Temperaturen. Deshalb gleichmässig und ausreichend lange erwärmen, bis der Schlauch überall anliegt und der Kleber geflossen ist.

Weiterlesen: Ist Schrumpfschlauch wasserdicht?, Schrumpfschläuche.

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